Lohnbuchhaltung auslagern: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

30.01.2026

Lohnbuchhaltung auslagern: 7 klare Anzeichen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist. Mit Break-Even-Rechnung und DATEV-Integrationscheck.

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Infografik 7 Anzeichen für Lohnbuchhaltung auslagern: Checkliste mit 3 abgehakten Punkten, Break-Even ab 20 Mitarbeitern.

Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Irgendwann kommt in fast jedem Unternehmen der Punkt, an dem die interne Lohnbuchhaltung mehr Probleme schafft als sie löst. Überstunden häufen sich, Fehler schleichen sich ein, und für strategische Aufgaben bleibt keine Zeit.

Aber wann genau ist dieser Punkt erreicht? Wann lohnt sich der Wechsel zu einem externen Dienstleister? Und wie erkennen Sie, dass Ihr Unternehmen bereit dafür ist?

Dieser Artikel gibt Ihnen konkrete Anhaltspunkte. Keine vagen Empfehlungen, sondern messbare Kriterien für Ihre Entscheidung.

7 Anzeichen, dass Sie auslagern sollten

Manche Warnsignale sind offensichtlich, andere schleichen sich langsam ein. Hier sind die sieben deutlichsten Anzeichen, dass der Zeitpunkt für eine Auslagerung gekommen ist.

1. Ihre Lohnbuchhaltung arbeitet regelmäßig am Limit

Die Lohnwoche ist der stressigste Zeitraum im Monat. Wenn Ihr Team in dieser Zeit regelmäßig Überstunden macht, Mittagspausen ausfallen und die Nerven blank liegen, stimmt etwas nicht.

"Ich hab eine Email Flut, bis zu 70 Mails am Tag. Ich sortiere die dann mit Fähnchen in Outlook, muss sie eigentlich auch noch in der Dokumentenverwaltung von unserer Kanzlei ablegen, damit andere auch Bescheid wissen, wenn ich mal im Urlaub oder krank bin. Das kostet alles viel Zeit und Kapazität."

So beschreibt eine Lohnbuchhalterin ihren Alltag. Das ist kein Einzelfall. Wenn die Grundlast bereits 100 % der Kapazität ausfüllt, bleibt kein Puffer für Unvorhergesehenes.

Prüfen Sie: Wie viele Überstunden fallen in der Lohnwoche an? Mehr als 10 % zusätzliche Arbeitszeit ist ein Warnsignal.

2. Sie können keine neuen Mitarbeiter oder Mandate annehmen

Wachstum ist gut. Aber wenn jeder neue Mitarbeiter oder jedes neue Mandat Ihr System an die Belastungsgrenze bringt, haben Sie ein Skalierungsproblem.

"Wir haben aktuell keine Kapazität für neue Mandanten und müssen sogar ablehnen."

Das berichtet ein Lohnbüro-Inhaber. Ablehnen bedeutet: Umsatz liegen lassen. Und schlimmer noch: Reputation verlieren, weil Sie nicht liefern können.

Prüfen Sie: Mussten Sie in den letzten 12 Monaten Aufträge ablehnen oder Kunden vertrösten?

3. Ihre Fehlerquote steigt

Fehler in der Lohnabrechnung sind teuer. Nicht nur finanziell, sondern auch in Bezug auf Vertrauen. Wenn Mitarbeiter ihre Abrechnung prüfen müssen, weil sie Fehlern nicht mehr vertrauen, läuft etwas grundlegend falsch.

Typische Anzeichen für steigende Fehlerquoten:

  • Häufige Nachkorrekturen nach der Lohnwoche

  • Rückfragen von Sozialversicherungsträgern

  • Beschwerden von Mitarbeitern über falsche Abrechnungen

  • Steigende Anzahl von Beitragsnachweiskorrekturen

Professionelle Dienstleister haben Fehlerquoten von unter 1 %. Wenn Ihre interne Quote darüber liegt, rechnet sich die Auslagerung allein durch vermiedene Fehlerkosten.

Prüfen Sie: Wie viele Korrekturen fallen pro Monat an? Mehr als 3 % ist zu viel.

4. Sie finden kein qualifiziertes Personal

Der Fachkräftemangel trifft die Lohnbuchhaltung besonders hart. Erfahrene Lohnbuchhalter sind rar, und die Ausbildung neuer Mitarbeiter dauert Monate bis Jahre.

"Ich bin aus der Buchhaltung und frage für meine Kollegin aus der Lohnbuchhaltung, die ist immer sehr überfordert mit allen Emails, die reinkommen."

Wenn eine Stelle seit mehr als sechs Monaten unbesetzt ist, wird sie vermutlich auch in den nächsten sechs Monaten unbesetzt bleiben. Die Zeit, die Sie mit Recruiting verbringen, fehlt anderswo.

Prüfen Sie: Haben Sie offene Stellen in der Lohnbuchhaltung? Wie lange schon?

5. Gesetzesänderungen überfordern Ihr Team

Das deutsche Lohnrecht gehört zu den komplexesten weltweit. Mindestlohn, Kurzarbeit, ELStAM, Sozialversicherungsmeldungen: Die Anforderungen ändern sich ständig.

Ein internes Team muss sich neben dem Tagesgeschäft auch um Fortbildung kümmern. Das gelingt selten. Die Folge: Unsicherheit bei neuen Regelungen, Angst vor Fehlern, und im schlimmsten Fall tatsächliche Compliance-Verstöße.

Spezialisierte Dienstleister beschäftigen sich den ganzen Tag mit Lohnrecht. Sie sind schneller informiert und sicherer in der Anwendung.

Prüfen Sie: Wann war die letzte Fortbildung Ihres Lohnteams? Länger als 12 Monate ist zu lang.

6. Ihre Prozesse sind nicht dokumentiert

Was passiert, wenn Ihr Lohnbuchhalter krank wird? Oder kündigt? Wenn die Antwort lautet: "Dann haben wir ein Problem", ist das ein Problem.

Viele Unternehmen haben keine dokumentierten Prozesse für die Lohnabrechnung. Das Wissen steckt in den Köpfen einzelner Mitarbeiter. Das ist riskant.

"Ich habe aber keine Zeit es zu verbessern."

So beschreibt eine Lohnbuchhalterin das Dilemma. Das Tagesgeschäft lässt keine Kapazität für Verbesserungen. Ein externer Dienstleister bringt standardisierte Prozesse mit und reduziert das Personenrisiko.

Prüfen Sie: Könnte ein neuer Mitarbeiter Ihre Lohnabrechnung anhand der Dokumentation verstehen?

7. Sie wollen wachsen, aber nicht proportional mehr Personal einstellen

Das ist vielleicht das stärkste Argument. Interne Lohnbuchhaltung skaliert linear: Doppelt so viele Mitarbeiter bedeutet etwa doppelt so viel Aufwand.

Externe Dienstleister mit moderner Technologie skalieren besser. KI-gestützte Vorerfassung, automatisierte Prüfungen und standardisierte Prozesse machen den Unterschied.

"Ich bin der Geschäftsführer (von dem Lohnbüro, 45k Abrechnungen). Ich sehe wie immer die gleichen Anfragen reinkommen und wir hier extrem Kapazitäten sparen könnten."

40 neue Mandate betreuen mit nur 0,5 FTE mehr: Das ist mit der richtigen Technologie möglich.

Prüfen Sie: Wie viele Mitarbeiter bräuchten Sie für 50 % Wachstum?

Der Break-Even-Punkt: Ab wann rechnet es sich?

Gefühl ist gut, Rechnung ist besser. Hier eine ehrliche Kalkulation, wann sich Outsourcing finanziell lohnt.

Die Vollkosten interner Lohnbuchhaltung

Viele Unternehmen rechnen nur das Gehalt. Das ist zu kurz gedacht. Die tatsächlichen Kosten umfassen:

Personalkosten:

  • Jahresgehalt: 45.000 bis 65.000 Euro (je nach Region und Erfahrung)

  • Arbeitgeberanteile Sozialversicherung: ca. 20 %

  • Urlaubs- und Krankheitsvertretung: ca. 10 % Aufschlag

Sachkosten:

  • Software-Lizenzen (DATEV, Agenda): 2.000 bis 6.000 Euro pro Jahr

  • Schulungen und Fortbildung: 1.000 bis 2.000 Euro pro Jahr

  • Arbeitsplatz, IT, Büromaterial: 3.000 bis 5.000 Euro pro Jahr

Indirekte Kosten:

  • Recruiting bei Fluktuation: 10.000 bis 20.000 Euro pro Neubesetzung

  • Einarbeitung neuer Mitarbeiter: 3 bis 6 Monate reduzierte Produktivität

  • Fehlerkosten: schwer zu beziffern, aber real

Die Kosten externer Lohnbuchhaltung

Externe Dienstleister rechnen typischerweise pro Mitarbeiter und Monat ab. Die Spanne liegt bei 10 bis 25 Euro, abhängig von:

  • Servicelevel (Basic vs. Full-Service)

  • Komplexität (Tarifverträge, Schichtarbeit, Bau)

  • Volumen (Staffelpreise ab bestimmter Größe)

Der Break-Even nach Unternehmensgröße

Kleine Unternehmen (bis 20 Mitarbeiter): Interne Lohnbuchhaltung ist selten sinnvoll. Die Fixkosten (Software, Wissen) verteilen sich auf zu wenige Abrechnungen. Outsourcing ist fast immer günstiger.

Mittlere Unternehmen (20 bis 100 Mitarbeiter): Hier liegt der Sweet Spot für Outsourcing. Die Kostenersparnis ist signifikant, und die Skalierbarkeit wird zum Vorteil.

Größere Unternehmen (über 100 Mitarbeiter): Die reine Kostenrechnung wird enger. Aber: Die strategischen Vorteile (Fokus aufs Kerngeschäft, Flexibilität, Expertise) überwiegen oft.

Wachstum ohne proportional mehr Personal

Das ist der eigentliche Game-Changer. Moderne Lohndienstleister ermöglichen Wachstum, das mit interner Abrechnung nicht möglich wäre.

Das Problem linearer Skalierung

Traditionelle Lohnbuchhaltung skaliert linear. Ein Lohnbuchhalter schafft etwa 150 bis 200 Abrechnungen pro Monat. Mehr Mitarbeiter bedeutet mehr Lohnbuchhalter.

Die Lösung: Tech-enabled Services

Moderne Dienstleister kombinieren menschliche Expertise mit technologischer Effizienz. Das Ergebnis: nicht-lineare Skalierung.

"Wir sehen die meisten Effizienzgewinne mit euch, wenn der Kunde weiterhin machen kann, was er will – aber wir bekommen die Daten einheitlich."

Integration mit bestehenden Systemen

Eine der häufigsten Sorgen: "Muss ich mein DATEV aufgeben?"

Die Antwort: Nein. Gute Dienstleister integrieren sich in Ihre bestehende Infrastruktur.

DATEV-Integration

DATEV ist der Standard in deutschen Steuerkanzleien und vielen Unternehmen. Ein Wechsel wäre aufwendig und riskant.

Moderne Lohnplattformen positionieren sich daher als Vorsystem, nicht als Ersatz:

  • Daten fließen durch die Plattform, dann zu DATEV

  • Keine doppelte Dateneingabe

  • Keine Medienbrüche

  • Gewohnte Oberfläche bleibt erhalten

Mehr zur DATEV-Integration lesen Sie in unserem Artikel 10 Prozesse in der Lohnabrechnung, die KI heute schon übernimmt.

Der Umstellungsprozess: Timeline und Aufwand

Sie haben sich entschieden. Wie läuft die Umstellung konkret ab?

Phase 1: Vorbereitung (2 bis 4 Wochen)

Aufwand für Sie: Etwa 4 bis 8 Stunden für Vorbereitung und Abstimmung.

Phase 2: Datenmigration (1 bis 2 Wochen)

Aufwand für Sie: Minimal. Der Dienstleister führt, Sie liefern Daten.

Phase 3: Testbetrieb (1 Monat)

Aufwand für Sie: Erhöht in diesem Monat. Rechnen Sie mit 2 bis 4 Stunden pro Woche für Prüfung und Abstimmung.

Phase 4: Regelbetrieb

Aufwand für Sie: Deutlich reduziert. Die meisten Unternehmen berichten von 50 bis 70 % Zeitersparnis.

Warum project b. der richtige Partner ist

Wenn die Zeit für Outsourcing gekommen ist, brauchen Sie den richtigen Partner. project b. bietet genau das, was moderne Lohnbuchhaltung braucht.

RITA: Die KI, die Ihnen Arbeit abnimmt

Die KI-Assistentin RITA liest eingehende Dokumente, extrahiert Daten und prüft auf Plausibilität. Was vorher 30 Minuten manuelle Arbeit war, erledigt RITA in unter 5 Minuten.

Sicherheit und Vertrauen

  • ISO 27001:2022 zertifiziert

  • DSGVO-konform, Server in Deutschland

  • Keine Mindestvertragslaufzeit

  • Setup in 30 Minuten

Ausführliche Informationen zur Auslagerung finden Sie in unserem Leitfaden Lohnabrechnung auslagern: Der komplette Leitfaden für 2026.

Mehr dazu auf unserer Seite Payroll Outsourcing.

Fazit: Der richtige Zeitpunkt ist jetzt

Wenn Sie mehr als drei der sieben Anzeichen bei sich erkennen, ist der Zeitpunkt für eine Auslagerung gekommen. Warten macht es nicht besser.

Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Überblicksartikel Lohnabrechnung outsourcen: Kosten, Vorteile und Anbieter.

Ab wie vielen Mitarbeitern lohnt sich Outsourcing?

Ab etwa 20 Mitarbeitern ist Outsourcing fast immer wirtschaftlicher als eine interne Lösung. Die Fixkosten für Software und Wissen verteilen sich auf zu wenige Abrechnungen, um intern günstiger zu sein.

Kann ich meine DATEV-Lizenz behalten?

Ja. Moderne Lohnplattformen arbeiten als Vorsystem und integrieren sich nahtlos mit DATEV. Ihre gewohnte Oberfläche bleibt erhalten, die Daten fließen automatisch.

Wie lange dauert die Umstellung auf einen externen Anbieter?

Je nach Unternehmensgröße dauert die Umstellung 6 bis 16 Wochen. Der erste Monat ist ein Parallelbetrieb zum Vergleich. Danach übernimmt der Dienstleister vollständig.

Finn R.

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