Was kostet eine Lohnabrechnung beim Steuerberater?

Die Frage nach den Kosten ist berechtigt. Bevor Sie Ihren Steuerberater mit der Lohnabrechnung beauftragen, wollen Sie wissen, was auf Sie zukommt. Die Antwort ist weniger kompliziert als oft vermutet, aber sie hängt von mehreren Faktoren ab.
Dieser Artikel erklärt die Gebührenstruktur nach Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), zeigt realistische Preisspannen und hilft Ihnen mit konkreten Rechenbeispielen bei der Kalkulation.
Gebührenstruktur nach StBVV erklärt
Steuerberater rechnen ihre Leistungen nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) ab. Diese Verordnung gibt einen Rahmen vor, innerhalb dessen der Steuerberater seine Gebühren festlegen kann.
Der Gebührenrahmen
Für Lohnabrechnungen gilt § 34 StBVV. Die Vergütung wird als Bruchteil der vollen Gebühr berechnet, die sich nach der Tabelle A richtet.
Die Formel:
Gegenstandswert (Bruttolohnsumme) → Tabelle A → Gebühr × Faktor
Der Faktor liegt zwischen 1/20 und 12/20 der vollen Gebühr. In der Praxis rechnen die meisten Steuerberater mit einem Faktor zwischen 3/20 und 6/20.
Was das konkret bedeutet
Bei einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 3.500 Euro ergibt sich nach Tabelle A eine volle Gebühr von etwa 250 Euro. Mit einem mittleren Faktor von 4/20 ergibt das:
250 Euro × 4/20 = 50 Euro pro Abrechnung
Das ist der obere Bereich. Viele Steuerberater bieten günstigere Pauschalen an, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Zusatzgebühren nach StBVV
Neben der Grundgebühr können weitere Positionen anfallen:
| Leistung | Gebühr nach StBVV |
|---|---|
| Lohnsteueranmeldung | 1/20 bis 6/20 der vollen Gebühr |
| Beitragsnachweise | Zusätzliche Gebühr möglich |
| Jahresmeldungen | 1/20 bis 6/20 pro Meldung |
| Bescheinigungen | Zeitgebühr oder Pauschale |
In der Praxis werden diese Leistungen oft in einer Gesamtpauschale zusammengefasst.
Kosten pro Mitarbeiter: Realistische Spannen
Die StBVV gibt einen Rahmen vor, aber der Markt bestimmt den Preis. Hier sind die realistischen Spannen, die Sie erwarten können.
Durchschnittliche Marktpreise 2026
| Servicelevel | Preis pro Mitarbeiter/Monat |
|---|---|
| Basis (nur Abrechnung) | 15 bis 20 Euro |
| Standard (inkl. Meldungen) | 20 bis 30 Euro |
| Premium (Full-Service) | 30 bis 45 Euro |
Diese Preise verstehen sich pro Mitarbeiter und Monat, unabhängig von der Gehaltshöhe.
Was beeinflusst den Preis?
Komplexität der Abrechnung:
- Einfache Gehälter ohne Besonderheiten: günstiger
- Stundenlohn, Schichtarbeit, Zuschläge: teurer
- Baulohn mit SOKA-Beiträgen: deutlich teurer
Anzahl der Mitarbeiter:
- Staffelpreise ab 20, 50, 100 Mitarbeitern üblich
- Mengenrabatte von 10 bis 20 % möglich
Region:
- München, Frankfurt, Hamburg: oberes Preisniveau
- Ländliche Regionen: günstigere Preise
Mandatsbeziehung:
- Bestandsmandanten mit Finanzbuchhaltung: oft Paketpreise
- Nur Lohnabrechnung: höherer Einzelpreis
Preisbeispiele aus der Praxis
"Von manchen Mandanten bekomme ich 5-10 Emails am Tag."
Dieser Aufwand muss irgendwo eingepreist werden. Mandanten mit hohem Kommunikationsaufwand zahlen oft mehr als solche mit strukturierten Prozessen.
Beispiel 1: Kleines Unternehmen, 8 Mitarbeiter
- Einfache Gehaltsstrukturen
- Wenig Fluktuation
- Preis: 18 Euro pro Mitarbeiter = 144 Euro monatlich
Beispiel 2: Mittelständler, 45 Mitarbeiter
- Gemischte Struktur (Gehalt + Stundenlohn)
- Regelmäßige Ein- und Austritte
- Preis: 24 Euro pro Mitarbeiter = 1.080 Euro monatlich
Beispiel 3: Handwerksbetrieb, 25 Mitarbeiter
- Baulohn mit SOKA
- Viele Zuschläge
- Preis: 35 Euro pro Mitarbeiter = 875 Euro monatlich
Fixkosten vs. variable Kosten
Bei der Beauftragung eines Steuerberaters gibt es beide Kostenarten. Das Verständnis hilft bei der Budgetplanung.
Typische Fixkosten
Einmalige Einrichtungsgebühr:
- Stammdatenerfassung: 50 bis 150 Euro pro Mitarbeiter
- Systemeinrichtung: 200 bis 500 Euro pauschal
- Datenübernahme vom Vordienstleister: 100 bis 300 Euro
Diese Kosten fallen nur einmal an, werden aber oft auf die ersten Monate umgelegt.
Monatliche Grundgebühr:
Manche Steuerberater erheben eine monatliche Grundgebühr unabhängig von der Mitarbeiteranzahl. Üblich sind 50 bis 150 Euro.
Variable Kosten
Pro Mitarbeiter:
Die Hauptkostenkomponente. Steigt linear mit der Mitarbeiteranzahl, oft mit Staffelrabatten.
Pro Vorgang:
- Ein-/Austritt: 20 bis 50 Euro
- Sonderzahlungen: 10 bis 25 Euro
- Bescheinigungen: 15 bis 30 Euro
Nach Aufwand:
- Rückfragen klären: Zeitgebühr (80 bis 150 Euro/Stunde)
- Sonderauswertungen: Nach Aufwand
- Betriebsprüfungsbegleitung: Nach Aufwand
Beispiel-Kostenstruktur
| Position | Kosten |
|---|---|
| Grundgebühr | 75 €/Monat |
| 30 Mitarbeiter × 22 € | 660 €/Monat |
| Ø 2 Ein-/Austritte × 35 € | 70 €/Monat |
| Monatliche Gesamtkosten | 805 € |
| Pro Mitarbeiter effektiv | 26,83 € |
Versteckte Kosten, die oft übersehen werden
Der Preis pro Mitarbeiter ist nicht alles. Diese Kostenfaktoren werden bei der Kalkulation häufig vergessen.
1\. Kommunikationsaufwand
"Jede eingehende Mail müssen wir dann auch erstmal für uns durchschauen, bearbeiten und in den gesonderten Ordner für diesen Mandanten ablegen, das dauert alles extrem lange."
Das beschreibt die Perspektive des Steuerberaters. Aber auch auf Ihrer Seite entsteht Aufwand:
- Daten zusammenstellen und übermitteln
- Rückfragen beantworten
- Abrechnungen prüfen und freigeben
Rechnen Sie mit 2 bis 4 Stunden interner Arbeitszeit pro Monat, je nach Mitarbeiteranzahl.
2\. Korrekturkosten
Fehler passieren. Die Frage ist, wer dafür zahlt.
- Fehler des Steuerberaters: Korrektur kostenfrei
- Fehler durch falsche Datenlieferung: Korrektur kostenpflichtig
In der Praxis ist die Schuldfrage nicht immer klar. Manche Steuerberater berechnen jede Korrektur, andere sind kulanter.
3\. Jahresabschlussarbeiten
Am Jahresende fallen zusätzliche Arbeiten an:
- Jahresmeldungen zur Sozialversicherung
- Lohnsteuerbescheinigungen
- Lohnkonto-Auswertungen
Diese sind manchmal im Preis enthalten, manchmal nicht. Fragen Sie explizit nach.
4\. Softwarekosten
Wenn der Steuerberater ein Mandantenportal nutzt, kann dafür eine zusätzliche Gebühr anfallen. Üblich sind 5 bis 15 Euro pro Monat.
5\. Inflationsanpassung
Die meisten Verträge sehen jährliche Preisanpassungen vor. Rechnen Sie mit 3 bis 5 % Steigerung pro Jahr.
Preisvergleich: Steuerberater vs. Lohnbüro vs. Software
Der Steuerberater ist nicht die einzige Option. Hier ein ehrlicher Vergleich.
Steuerberater
Kosten: 15 bis 45 Euro pro Mitarbeiter
Vorteile:
- Integrierte Beratung (Steuern + Lohn)
- Haftung für Fehler
- Persönlicher Ansprechpartner
- Vertretung bei Prüfungen
Nachteile:
- Oft höhere Preise als spezialisierte Anbieter
- Lohn ist Nebengeschäft, nicht Kernkompetenz
- Kapazitätsengpässe in Stoßzeiten
Spezialisiertes Lohnbüro
Kosten: 10 bis 30 Euro pro Mitarbeiter
Vorteile:
- Spezialisierung = Expertise
- Oft günstigere Preise
- Skalierbare Kapazitäten
Nachteile:
- Kein Steuerberater, daher keine Steuerberatung
- Weniger persönliche Bindung
- Qualität schwankt stark
Software + Selbstabrechnung
Kosten: 5 bis 15 Euro pro Mitarbeiter (nur Software)
Vorteile:
- Günstigste Option
- Volle Kontrolle
- Sofortige Verfügbarkeit
Nachteile:
- Eigene Arbeitszeit nicht eingerechnet
- Haftung liegt komplett bei Ihnen
- Expertise muss intern vorhanden sein
- Vertretungsproblem bei Urlaub/Krankheit
Tech-enabled Service (Hybrid)
Kosten: 10 bis 25 Euro pro Mitarbeiter
Vorteile:
- Kombination aus Technologie und Expertise
- Skalierbar ohne Qualitätsverlust
- Moderne Schnittstellen
Nachteile:
- Noch relativ neues Marktsegment
- Nicht überall verfügbar
Mehr zu den verschiedenen Optionen lesen Sie in unserem Artikel Lohnabrechnung outsourcen: Kosten, Vorteile und Anbieter.
Rechenbeispiel: 10, 50, 100 Mitarbeiter
Konkrete Zahlen helfen bei der Entscheidung. Hier drei Szenarien.
Szenario 1: 10 Mitarbeiter
Annahmen:
- Einfache Gehaltsstrukturen
- 1 Ein-/Austritt pro Quartal
- Standard-Servicelevel
| Position | Steuerberater | Lohnbüro | Software |
|---|---|---|---|
| Monatliche Kosten | 250 € | 180 € | 80 € |
| Jahreskosten | 3.000 € | 2.160 € | 960 € |
| Pro MA/Jahr | 300 € | 216 € | 96 € |
Empfehlung: Bei 10 Mitarbeitern ist der Steuerberater oft sinnvoll, wenn Sie bereits Mandant für die Finanzbuchhaltung sind. Die Mehrkosten werden durch die integrierte Betreuung aufgewogen.
Szenario 2: 50 Mitarbeiter
Annahmen:
- Gemischte Strukturen (Gehalt + Stundenlohn)
- 3 Ein-/Austritte pro Monat
- Staffelrabatt 10 %
| Position | Steuerberater | Lohnbüro | Software |
|---|---|---|---|
| Monatliche Kosten | 1.125 € | 810 € | 450 € |
| Jahreskosten | 13.500 € | 9.720 € | 5.400 € |
| Pro MA/Jahr | 270 € | 194 € | 108 € |
Empfehlung: Ab 50 Mitarbeitern wird der Preisunterschied relevant. Ein spezialisiertes Lohnbüro bietet oft das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn reine Lohnabrechnung gefragt ist.
Szenario 3: 100 Mitarbeiter
Annahmen:
- Komplexe Strukturen
- 8 Ein-/Austritte pro Monat
- Staffelrabatt 15 %
| Position | Steuerberater | Lohnbüro | Software |
|---|---|---|---|
| Monatliche Kosten | 2.125 € | 1.530 € | 900 € |
| Jahreskosten | 25.500 € | 18.360 € | 10.800 € |
| Pro MA/Jahr | 255 € | 184 € | 108 € |
Empfehlung: Bei 100 Mitarbeitern lohnt sich eine gründliche Prüfung aller Optionen. Die Ersparnis gegenüber dem Steuerberater kann 7.000 Euro pro Jahr betragen. Aber: Nicht nur auf den Preis schauen, sondern auch auf Qualität und Service.
Die versteckte Variable: Interne Kosten
In allen Szenarien fehlt eine wichtige Komponente: Ihre eigene Arbeitszeit.
"Ich habe aber keine Zeit es zu verbessern."
Wenn Sie intern 10 Stunden pro Monat für Lohnadministration aufwenden und diese Zeit 50 Euro pro Stunde wert ist, sind das 500 Euro monatlich zusätzlich zu den externen Kosten.
Ein guter Dienstleister reduziert diesen internen Aufwand erheblich. Das sollte in die Rechnung einfließen.
project b. als Alternative
Wenn Sie die Kosten beim Steuerberater als zu hoch empfinden, aber nicht auf Qualität verzichten wollen: project b. bietet eine moderne Alternative.
Faire Preisgestaltung
- Transparente Preise pro Mitarbeiter
- Keine versteckten Gebühren
- Keine Mindestvertragslaufzeit
Technologie, die Zeit spart
Die KI-Assistentin RITA automatisiert die Vorerfassung. Das reduziert nicht nur die Kosten des Dienstleisters, sondern auch Ihren internen Aufwand.
Mehr dazu im Artikel Lohnbuchhaltung auslagern: Wann ist der richtige Zeitpunkt?.
DATEV-Integration
project b. arbeitet nahtlos mit DATEV zusammen. Wenn Ihr Steuerberater DATEV nutzt, bleibt die Zusammenarbeit einfach.
Sicherheit
- ISO 27001:2022 zertifiziert
- DSGVO-konform
- Server in Deutschland
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite Payroll Outsourcing.
Wann zum Steuerberater, wann zum Spezialisten?
Die Entscheidung hängt nicht nur vom Preis ab. Hier eine Orientierung.
Steuerberater ist die richtige Wahl, wenn:
Sie bereits Mandant für Finanzbuchhaltung sind:
Die Integration von FiBu und Lohn hat Vorteile. Abstimmungen zwischen beiden Bereichen sind einfacher, und Sie haben einen Ansprechpartner für alles.
Sie steuerliche Beratung brauchen:
Bei Fragen zu Lohnsteuer, geldwerten Vorteilen oder Reisekostenabrechnung ist der Steuerberater die richtige Adresse.
Ihre Abrechnung einfach ist:
Bei unkomplizierten Gehaltsstrukturen ohne Sonderfälle ist der Steuerberater eine gute Wahl.
Ein Spezialist ist besser, wenn:
Ihre Abrechnung komplex ist:
Baulohn, Schichtarbeit, Tarifverträge: Spezialisierte Anbieter haben hier mehr Erfahrung.
Sie schnell wachsen:
Spezialisten skalieren besser. Ihr Steuerberater hat vielleicht keine Kapazität für 50 neue Mitarbeiter.
Der Preis entscheidend ist:
Bei reiner Lohnabrechnung ohne Beratungsbedarf sind Spezialisten oft 20-30 % günstiger.
Fazit: Was ist der richtige Preis?
Die Frage "Was kostet eine Lohnabrechnung beim Steuerberater?" hat keine einfache Antwort. Aber diese Orientierung hilft:
Realistischer Preisrahmen:
- Minimum: 15 Euro pro Mitarbeiter (einfache Abrechnungen, hohe Stückzahlen)
- Durchschnitt: 22 bis 28 Euro pro Mitarbeiter
- Maximum: 45 Euro pro Mitarbeiter (Baulohn, Full-Service)
Entscheidungskriterien:
- Preis ist wichtig, aber nicht alles
- Versteckte Kosten einrechnen
- Internen Aufwand berücksichtigen
- Qualität und Zuverlässigkeit prüfen
- Alternativen vergleichen
Der günstigste Anbieter ist selten der beste. Aber der teuerste auch nicht. Finden Sie das richtige Verhältnis aus Preis, Qualität und Service für Ihre Situation.
Holen Sie mehrere Angebote ein, vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch den Leistungsumfang. Fragen Sie nach Referenzen und sprechen Sie mit anderen Kunden. Die Entscheidung wirkt sich jahrelang auf Ihr Unternehmen aus.
Weiterführende Artikel
- Lohnabrechnung Kosten pro Mitarbeiter: Was Sie 2026 zahlen
- Inhouse vs. Outsourcing: Kosten im Vergleich
Frequently asked questions
Kann ich die Kosten beim Steuerberater verhandeln?
Ja. Die StBVV gibt einen Rahmen vor, aber innerhalb dieses Rahmens ist Verhandlung möglich. Besonders bei größeren Mitarbeiterzahlen oder als Bestandsmandant haben Sie Spielraum.
Sind Lohnbüros günstiger als Steuerberater?
In der Regel ja. Spezialisierte Lohnbüros haben oft Preise, die 20 bis 30 % unter denen von Steuerberatern liegen. Dafür fehlt die integrierte Steuerberatung.
Welche Kosten kommen bei Mitarbeiterwechsel dazu?
Ein- und Austritte kosten typischerweise 20 bis 50 Euro pro Vorgang. Bei hoher Fluktuation kann das die monatlichen Kosten deutlich erhöhen.