Sage Lohnabrechnung: Funktionen, Kosten und Alternativen

Ein Handwerksbetrieb mit 22 Mitarbeitern sucht eine Lohnsoftware. Der Steuerberater rechnet bisher ab, wird aber teurer, und der Geschäftsführer will die Abrechnung ins Haus holen. Bei der Recherche stößt er auf Sage. Dann auf "Sage Lohnabrechnung". Dann auf "Sage Lohnabrechnung Plus". Dann auf "Sage Payroll". Und schließlich auf "Sage HR Suite". Vier Namen, ein Hersteller, und keine Seite erklärt sauber, wo der Unterschied liegt.
Genau da fängt dieser Artikel an. Er sortiert die Sage Produktlinien für den deutschen Markt, nennt die öffentlich einsehbaren Preise, zeigt, was die Software beim Meldewesen und beim DATEV-Export leistet, und benennt die Stellen, an denen unabhängige Tests Schwächen gefunden haben. Am Ende steht ein Vergleich mit einem anderen Ansatz: dem Vorsystem.
Was Sage ist und seit wann es den deutschen Markt bedient
Sage ist kein deutscher Anbieter, aber auch kein Neueinsteiger. Die Sage Group plc hat ihren Sitz in Newcastle upon Tyne, ist an der Londoner Börse notiert und gehört zum FTSE 100. Gegründet wurde das Unternehmen 1981.
Der Eintritt in den deutschen Markt erfolgte 1997 durch die Übernahme der KHK Software AG in Frankfurt. Firmiert wurde zunächst als "Sage KHK", ab 2004 als Sage Software GmbH, seit 2016 als Sage GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main. Sage ist damit seit rund 29 Jahren im deutschen Markt aktiv, was in einem Segment mit hohem Regulierungsdruck durchaus zählt.
Zur Marktstellung ist eine Einordnung nötig: Sage hat sich in eigenen Unternehmensmitteilungen als "einer der Marktführer für betriebswirtschaftliche Software und Services im deutschen Mittelstand" bezeichnet und dabei rund 250.000 Kunden genannt. Diese Formulierung stammt aus älteren Mitteilungen unter dem früheren Firmennamen und steht heute so nicht mehr auf den Produktseiten. Eine unabhängig geprüfte Marktanteilszahl für das deutsche Lohnsegment existiert ohnehin nicht. Die Angabe stammt vom Hersteller und sollte auch so gelesen werden. Im Lohnbereich führt in Deutschland weiterhin kaum ein Weg an DATEV vorbei.
Die Sage Produktlinien im Überblick
Die Namensverwirrung ist real und historisch gewachsen. "Sage Entgelt & Personal" wurde zu "Sage Lohnabrechnung Plus" umbenannt. Parallel dazu vermarktet Sage seit einiger Zeit "Sage Payroll", das nach eigener Beschreibung "die bewährte und mehrfach ausgezeichnete Sage Business Cloud Lohnabrechnung um praktische HR-Funktionen" erweitert. Es handelt sich also um eine Erweiterung, nicht um eine Umbenennung.
Diese Tabelle sortiert die Produktlinien. Alle Preisangaben in diesem Artikel verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer, Stand: August 2026.
| Produkt | Zielgruppe | Bereitstellung | Preis öffentlich | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Sage Business Cloud Lohnabrechnung | Gründer und Kleinstbetriebe | Cloud | Ja, ab 6,50 Euro im Monat | Einsteigerlösung, Support nur per E-Mail |
| Sage Lohnabrechnung Plus | Kleinunternehmen, etwa 5 bis 100 Mitarbeitende | Cloud | Ja, eigenes Basispaket | Digitale Personalakte, Zeiterfassung, Telefonsupport |
| Sage Payroll (Essentials, Standard, Premium) | Kleine und mittlere Unternehmen | Cloud | Ja, 20 bis 40 Euro im Monat | Drei Stufen, Mitarbeiter-App, HR-Funktionen |
| Sage HR Suite | Mittelstand mit Tarifbindung | Cloud oder Installation | Nein, Angebot auf Anfrage | Speziallöhne: öffentlicher Dienst, Bau, Heuer, Bühne |
Die wichtigste inhaltliche Trennlinie verläuft nicht zwischen den Cloud-Tarifen, sondern zwischen ihnen und der HR Suite. Speziallöhne für den öffentlichen Dienst sowie Bau, Heuer und Bühne führt Sage nach eigener Produktbeschreibung bei der HR Suite auf, nicht bei den Cloud-Produkten. Wer einen Bautarif abrechnet, ist mit den kleinen Cloud-Produkten schlicht falsch bedient, unabhängig von der Mitarbeiterzahl.
Welche Funktionen Sage Lohnabrechnung abdeckt
Beim gesetzlichen Pflichtprogramm ist Sage breit aufgestellt. Der Funktionsvergleich des Herstellers führt für die Basisversion und für Lohnabrechnung Plus identisch auf:
- Elektronische Übermittlung der Steuerdaten an das Finanzamt über ELSTER, inklusive Lohnsteueranmeldung nach § 41a EStG und Lohnsteuerbescheinigung nach § 41b EStG
- Elektronische Übermittlung der Sozialversicherungsdaten über das Modul Dakota, also SV-Meldungen nach dem DEÜV-Verfahren und Beitragsnachweise
- Sofortmeldungen nach § 28a Abs. 4 SGB IV, die spätestens bei Aufnahme der Beschäftigung vorliegen müssen, relevant etwa in der Gastronomie und der Personenbeförderung
- Erstattungsanträge U1 und U2 bei Arbeitsunfähigkeit, Beschäftigungsverbot und Mutterschaft
- Automatische Beitragsschätzung
- Lohnkonto, DEÜV-Meldungsprotokolle, FiBu-Journal als PDF und CSV, Lohnnachweis Berufsgenossenschaft
- ELStAM-Abruf
- Zugang für Mitarbeitende und Zugang für den Steuerberater
Das Verfahren zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung führt Sage in der Funktionsübersicht von Sage Payroll auf. Im Funktionsvergleich zwischen der Basisversion und Plus taucht es nicht als eigener Punkt auf, die Produktlinien sind hier also nicht deckungsgleich. Für Sage Payroll gilt nach einem unabhängigen Praxistest, dass "die meisten Meldungen automatisch bei der Entgeltabrechnung erstellt" werden. Die Einschränkung "die meisten" stammt aus der Quelle und wird hier bewusst nicht weggelassen.
Was die Basisversion nicht kann, die Plus-Variante aber schon: digitale Personalakte, eingebaute Arbeitszeiterfassung, flexible Arbeitszeitmodelle, Schnittstellen zu externen API-Partnern und telefonischer Support. Schicht- und Dienstplanung sowie Reisekostenabrechnung laufen bei Plus über angebundene Schnittstellen, nicht als eigene Module.
Der Abrechnungskern und der gesetzliche Output sind in beiden Cloud-Stufen also gleich. Der Aufpreis kauft HR-Funktionen und Erreichbarkeit, nicht mehr Abrechnungstiefe. Das ist eine faire Sache, sollte aber bekannt sein, bevor man aufrüstet.
Was Sage Lohnabrechnung kostet
Sage veröffentlicht Preise, und das ist im deutschen Lohnsoftware-Markt keine Selbstverständlichkeit. Alle Angaben verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer, Stand August 2026.
Sage Business Cloud Lohnabrechnung startet bei 6,50 Euro im Monat für einen Mitarbeitenden. Der Preis staffelt sich nach Mitarbeiterzahl, für fünf Mitarbeitende liegt er bei 27,00 Euro im Monat. Zusätzliche Abrechnungen und Korrekturen kosten extra.
Sage Lohnabrechnung Plus wird über ein eigenes Basispaket abgerechnet, das über dem Einstiegstarif liegt. Zusatzabrechnungen sind hier günstiger als in der Basisversion, was den höheren Grundpreis bei größeren Teams relativiert.
Sage Payroll ist am klarsten kalkulierbar und in drei Stufen aufgebaut:
| Paket | Preis pro Monat | Enthalten | Je weiterer Mitarbeitender |
|---|---|---|---|
| Payroll Essentials | 20 Euro | 5 Mitarbeitende | 3 Euro |
| Payroll Standard | 30 Euro | 5 Mitarbeitende | 5 Euro |
| Payroll Premium | 40 Euro | 5 Mitarbeitende | 7 Euro |
Essentials deckt Abrechnung, gesetzliche Meldungen, Mitarbeiter-Self-Service und HR-Grundfunktionen ab. Standard ergänzt Zeiterfassung, Genehmigungsprozesse und Onboarding. Premium bringt Schichtplanung, Ausgabenmanagement und erweiterte App-Funktionen.
Für Sage HR Suite veröffentlicht Sage selbst keinen Listenpreis, einzelne Vertriebspartner nennen dagegen konkrete Zahlen. Lizenziert wird in Paketen zu je 25 Mitarbeitenden, der Preis hängt von den gebuchten Modulen und der gewählten Ausbaustufe ab und wird individuell angeboten, überwiegend über Partner. Wer hier eine Zahl im Netz findet, sollte prüfen, ob sie sich tatsächlich auf die HR Suite bezieht oder auf ein anderes Produkt der Dachmarke.
Zwei Hinweise zur Einordnung. Erstens ändert Sage Pakete und Aktionspreise regelmäßig, teilweise mit befristeten Rabatten. Prüfen Sie die Konditionen vor Vertragsschluss direkt beim Hersteller. Zweitens kursieren im Netz Preisangaben aus verschiedenen Produktgenerationen nebeneinander. Die Zahlen von Sage Payroll und die von Sage Business Cloud Lohnabrechnung gehören zu unterschiedlichen Produkten und lassen sich nicht mischen.
Cloud oder Installation
Sage Business Cloud Lohnabrechnung, Lohnabrechnung Plus und Sage Payroll sind reine Cloud-Anwendungen. Der Hersteller formuliert es so: Die Software ist eine Software-as-a-Service-Anwendung, muss nicht auf dem Endgerät installiert werden, und Updates müssen weder eingespielt noch bezahlt werden. Sage nennt für Lohnabrechnung Plus einen Aktualisierungsrhythmus von vier bis sechs Wochen, eingespielt über Nacht und ohne Zusatzkosten.
Die HR Suite gibt es in beiden Varianten. Der lokale Betrieb setzt einen Microsoft SQL Server voraus sowie Clients unter Windows 10 oder 11. Bemerkenswert ist eine weitere Voraussetzung: eine 32-Bit-Installation von Microsoft Access beziehungsweise der Access Runtime. Wer eine reine 64-Bit-Office-Landschaft betreibt, sollte das früh prüfen, denn es ist ein klassischer Stolperstein in der Einführung. Alternativ hostet Sage die Serverkomponenten selbst, der Zugriff erfolgt dann über den Browser.
DATEV-Export und Zugang für den Steuerberater
Für Betriebe, deren Steuerberater in DATEV arbeitet, ist das die entscheidende Frage. Die Antwort fällt positiv aus, und zwar in beiden Cloud-Stufen.
Sage bietet zwei getrennte Wege, die man nicht verwechseln sollte:
- DATEV-Export. Nach Aktivierung des Exportmoduls erzeugt Sage eine DATEV-kompatible Datei, die in DATEV importiert wird. Ergänzend stehen FiBu-Journal als PDF und CSV sowie ein zusammengefasster Buchungsbeleg bereit.
- Online-Zugang für den Steuerberater. Der Berater erhält einen eigenen Zugang mit Berechtigungen und arbeitet direkt im System, ohne Dateiversand.
Beide Mechanismen sind laut Herstellerunterlagen in der Basisversion und in Plus enthalten. Die Plus-Variante hat zusätzlich Schnittstellen zu externen API-Partnern.
Eine Einschränkung zur Genauigkeit: Welches DATEV-Format konkret erzeugt wird, geben die öffentlichen Quellen nicht her. Ein unabhängiger Praxistest spricht lediglich von einem "Buchhaltungsexport", ohne DATEV zu benennen. Wenn Ihr Steuerberater ein bestimmtes Format erwartet, klären Sie das vor dem Kauf konkret ab, statt sich auf die Marketingaussage zu verlassen. Zum Vergleich zwischen einer DATEV-nahen und einer digital aufgesetzten Arbeitsweise lohnt der Blick auf digitale DATEV-Alternativen in der Lohnabrechnung.
Was Sage gut macht und wo die Grenzen liegen
Fairerweise zuerst das Positive, und es ist substanziell.
Sage Payroll erzielte im Praxistest von fuer-gruender.de die Note 1,1 "sehr gut" und wurde Testsieger des Lohnsoftware-Vergleichs 2026. heise.de kommt zu dem Schluss, Sage Payroll "überzeugt als benutzerfreundliche, cloudbasierte Lösung", und hebt automatische gesetzliche Aktualisierungen, das Self-Service-Portal für Mitarbeitende und die automatisierten Behördenmeldungen hervor. Auf OMR Reviews liegt Sage Lohnabrechnung bei 4,5 von 5 Punkten. Das ist ein gutes Bild, und es ist verdient.
Die Grenzen sind aber ebenso dokumentiert:
Support-Erreichbarkeit. Das ist der am besten belegte Kritikpunkt, weil er aus mehreren unabhängigen Quellen kommt. Auf OMR Reviews steht wörtlich, "die Erreichbarkeit des Supports ist der größte Mangel", ergänzt um Berichte über lange Wartezeiten. Der Praxistest von fuer-gruender.de bestätigt das aus eigener Erfahrung: Anfragen waren nur per E-Mail beziehungsweise Ticketsystem möglich, keine Hotline, kein Live-Chat. Die Antwort kam innerhalb eines Tages. In der Basisversion ist telefonischer Support gar nicht enthalten.
Korrekturen kosten extra. Das Korrekturpaket ist laut Herstellervergleich in beiden Cloud-Stufen ein optionaler Zusatz. In einem Bereich, in dem Rückrechnungen zum Alltag gehören, ist das ein Kostenfaktor, der in der Angebotsrechnung gern untergeht.
Kein Sammelimport für Personalstammdaten. Der Praxistest von August 2026 führt dies ausdrücklich als Schwäche auf. Das steht in einem gewissen Widerspruch zur Herstellerangabe, wonach eine CSV-Importvorlage im Produkt hinterlegt sei. Wer 40 oder 80 Personalstammsätze migrieren muss, sollte diesen Punkt vor dem Kauf praktisch testen, nicht erwarten.
Ladezeiten. Derselbe Test nennt "längere Ladezeiten", und Nutzerbewertungen sprechen von einer teilweise trägen Bedienung.
HR-Tiefe bei größeren Unternehmen. heise.de formuliert, dass die Funktionalität "in einzelnen HR-Bereichen an ihre Grenzen stoßen" kann. Bewerbermanagement und Personalentwicklung fehlen.
Eine methodische Anmerkung zur Einordnung der Testergebnisse: Alle drei genannten Tests untersuchen Sage Payroll, und alle drei erscheinen auf kommerziell finanzierten Vergleichs- und Empfehlungsportalen. Ein neutraler Labortest im Sinne einer Verbraucherorganisation existiert für dieses Segment nicht.
Sage und project b. im Vergleich
Hier ist eine Vorbemerkung nötig, sonst wird der Vergleich schief. Sage ist ein Abrechnungssystem: Die Lohnabrechnung wird im System gerechnet und von dort gemeldet. project b. ist ein Vorsystem: Die Daten werden vor der Abrechnung erfasst, strukturiert und freigegeben und fließen dann in das bestehende Abrechnungssystem, typischerweise DATEV. Beide lösen unterschiedliche Teile desselben Prozesses.
Die beiden Ansätze konkurrieren also nur teilweise. Sie konkurrieren dort, wo ein Betrieb entscheidet, ob er die Abrechnung selbst in die Hand nimmt oder ob er die Datenerfassung digitalisiert und das Rechnen bei seinem Steuerberater lässt.
| Kriterium | Sage | project b. |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Betriebe, die selbst abrechnen, von Kleinstbetrieb bis Mittelstand | Steuerkanzleien, Lohnbüros und Unternehmen, die die Vorerfassung digitalisieren wollen |
| Abrechnungsmodell | Vollwertiges Abrechnungssystem, Meldungen laufen aus Sage heraus | Vorsystem vor der Abrechnung, optional Abrechnung durch "Payroll by project b." |
| DATEV-Anbindung | DATEV-kompatibler Export plus Online-Zugang für den Steuerberater | Daten fließen als Vorsystem in DATEV, DATEV bleibt das führende Abrechnungssystem |
| KI-Unterstützung | Automatisierte Meldungen und Prüfroutinen, eine KI-gestützte Belegextraktion bewirbt Sage nicht | RITA liest eingehende Dokumente aus, extrahiert die lohnrelevanten Daten und prüft auf Plausibilität, Freigabe bleibt beim Menschen |
| Betreuungsmodell | Basisversion nur E-Mail-Support, Telefon ab Plus, HR Suite über Partner | Persönlicher Customer-Success-Manager im Outsourcing-Modell, Unterstützung beim Change-Management |
| Preismodell | Ab 6,50 Euro im Monat, Sage Payroll 20 bis 40 Euro plus Kopfpauschale | Ab 0,70 bis 1,00 Euro pro Mitarbeitendem für die Lohnzettelverteilung, rund 4 Euro für die Vollausstattung, Outsourcing ab 20 Euro |
| Abrechnung gegenüber Mandanten | Lizenz pro abrechnendem Betrieb | Weiterberechnung an die Mandanten möglich, ohne dass diese einen eigenen Vertrag brauchen |
Der praktische Unterschied lässt sich an einem einzigen Vorgang zeigen. Ein Personalfragebogen für einen neuen Mitarbeitenden wird klassisch abgetippt, das dauert 10 bis 15 Minuten. Über das Vorsystem wird ein Link an den Mandanten geschickt, der die Daten selbst verifiziert, und die Erfassung liegt bei 1 bis 2 Minuten. Über den Gesamtprozess berichten bestehende Kunden in Demo-Gesprächen von 30 bis 50 Prozent Zeitersparnis. Das ist eine Rückmeldung aus der Praxis, kein zugesagtes Ergebnis.
Ein Kanzlei-Geschäftsführer beschreibt den Kern so:
"Wir sehen die meisten Effizienzgewinne mit euch, wenn der Kunde weiterhin machen kann, was er will, aber wir bekommen die Daten einheitlich."
Genau das ist der Punkt, an dem eine Abrechnungssoftware allein nicht hilft. Sie rechnet sauber, sobald die Daten drin sind. Der Aufwand entsteht davor. Wie sich dieser Unterschied gegenüber einer HR-Plattform darstellt, zeigt der Vergleich zwischen Personio und einem Payroll-Dienstleister.
Für wen Sage passt und für wen nicht
Sage passt, wenn Sie im Betrieb selbst abrechnen wollen, kein Tarifwerk mit Sonderregeln haben, eine Cloud-Lösung mit planbarem Preis suchen und mit E-Mail- oder Ticket-Support leben können. Für einen Betrieb mit 10 bis 60 Mitarbeitenden ohne Tarifbindung ist Sage Payroll eine solide Wahl, und der Testsieg von 2026 ist kein Zufall.
Sage passt nicht, wenn Sie Baulohn, Tarifwerke des öffentlichen Dienstes oder Bühnenlohn abrechnen. Dann führt der Weg zur HR Suite oder zu einem spezialisierten Anbieter. Ebenso wenig passt es, wenn Sie eine vollwertige HR-Suite mit Bewerbermanagement und Personalentwicklung erwarten.
Sage ist die falsche Frage, wenn Ihr eigentliches Problem nicht das Rechnen ist, sondern die Datenbeschaffung. Wenn Stundenzettel als Foto per WhatsApp kommen, Krankmeldungen per E-Mail und Adressänderungen im Nebensatz eines Telefonats, dann löst ein Wechsel der Abrechnungssoftware davon nichts. Der Engpass sitzt vor der Abrechnung.
Als Alternativen im engeren Sinn kommen DATEV, Lexware, Agenda und Edlohn in Betracht, im Umfeld tech-gestützter Dienstleister auch Cleverlohn. Eine ausführliche Gegenüberstellung für kleinere Betriebe finden Sie in unserem Beitrag zur Alternative zu Lexware Lohn. Wie weit Automatisierung im Lohnbereich heute realistisch trägt, ordnet der Praxisleitfaden zu KI in der Lohnabrechnung ein.
Umstieg auf Sage oder weg von Sage
Der Wechsel eines Abrechnungssystems ist zu jedem Zeitpunkt möglich, zum Jahreswechsel aber deutlich einfacher. Bei einem unterjährigen Wechsel müssen die Jahres-Aufbaudaten mitgenommen werden: kumulierte Brutto- und Nettowerte, einbehaltene Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge je Beitragsgruppe, offene Zeitkonten und Resturlaubsansprüche. Zusätzlich ist ein Teillohnnachweis mit dem Meldegrund Systemwechsel nötig.
Der bisherige Anbieter ist verpflichtet, alle lohnrelevanten Daten herauszugeben. Planen Sie den Export vor der Kündigung, nicht danach: Nach Vertragsende bleibt der Zugang bei Cloud-Produkten nur für eine begrenzte Karenzzeit zum Datenexport erreichbar, nicht für den produktiven Betrieb. Die genauen Fristen nennen die aktuellen Vertragsbedingungen, ältere im Netz kursierende Angaben dazu sind nicht mehr belastbar.
Testen Sie vor der Migration den Sammelimport der Personalstammdaten mit einem echten Auszug. Genau an dieser Stelle widersprechen sich Herstellerangabe und Praxistest, und der Aufwand unterscheidet sich je nach Ergebnis erheblich.
Ihre nächsten Schritte
Wenn Ihr Engpass die Abrechnung selbst ist, ist Sage eine ernstzunehmende Option, und die Preise stehen offen im Netz. Wenn der Engpass die Datenerfassung davor ist, hilft ein Vorsystem mehr als ein Systemwechsel.
Wenn Sie sehen möchten, wie die Vorerfassung ohne Abtippen läuft, gibt es drei Wege: die kostenlosen Online-Sessions, ein Beratungsgespräch von 30 Minuten mit offenen Fragen, oder einen Demo-Zugang zum Testen mit echten Daten. Alle drei Optionen sind kostenfrei, kein Abo, keine versteckten Haken. Sie müssen heute nichts entscheiden.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist Sage Lohnabrechnung?
Sage Lohnabrechnung ist eine cloudbasierte Lohnsoftware der Sage GmbH für den deutschen Markt. Sie erstellt Entgeltabrechnungen und übermittelt die gesetzlichen Meldungen automatisch an Finanzamt und Sozialversicherung. Sie richtet sich an kleine und mittlere Betriebe, die selbst abrechnen.
Wie viel kostet die Sage Lohnabrechnung?
Der Einstieg liegt bei 6,50 Euro im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer für einen Mitarbeitenden, der Preis staffelt sich nach Kopfzahl. Sage Payroll kostet je nach Paket 20, 30 oder 40 Euro im Monat mit fünf Mitarbeitenden inklusive. Für die HR Suite gibt es keinen öffentlichen Preis.
Hat Sage Lohnabrechnung einen DATEV-Export?
Ja. Sage erzeugt nach Aktivierung des Exportmoduls eine DATEV-kompatible Datei. Alternativ erhält der Steuerberater einen eigenen Online-Zugang mit Berechtigungen. Welches DATEV-Format konkret erzeugt wird, geben die öffentlichen Quellen nicht her, das sollten Sie vorab klären.
Gibt es eine Sage Lohnabrechnung-App?
Ja, allerdings je nach Produktlinie unterschiedlich. Bei Sage Payroll greifen Mitarbeitende über Web-Zugang oder mobile App auf ihre Abrechnungen und Steuerdokumente zu. Die kleineren Cloud-Tarife bieten einen Mitarbeiterzugang, ohne dass der Hersteller dafür eine eigene App ausweist.
Welche Lohnabrechnungssoftware ist die beste?
Das kommt auf die Abrechnungsart an. Sage Payroll wurde 2026 Testsieger eines Praxisvergleichs mit der Note 1,1. Bei Tarifwerken wie Baulohn oder dem öffentlichen Dienst scheiden die kleinen Cloud-Produkte jedoch aus. Eine pauschal beste Software gibt es in diesem Markt nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Sage Lohnabrechnung und Plus?
Der Abrechnungskern und die gesetzlichen Meldungen sind identisch. Plus ergänzt digitale Personalakte, Arbeitszeiterfassung, Schnittstellen zu externen API-Partnern und telefonischen Support. Der Aufpreis kauft HR-Funktionen und Erreichbarkeit, nicht mehr Abrechnungstiefe.
Brauche ich Sage, wenn mein Steuerberater abrechnet?
Nein. Wenn die Kanzlei abrechnet, brauchen Sie kein eigenes Abrechnungssystem. Sinnvoll ist dann ein Vorsystem, das Stundenzettel, Krankmeldungen und Stammdatenänderungen strukturiert erfasst und geprüft an die Kanzlei übergibt.
Quellen
- Sage Lohnabrechnung, Produktseite
- Sage Lohnabrechnung Plus, Produktseite
- Sage Lohnabrechnung, Preisseite
- Sage Payroll, Produktseite
- Sage Payroll, Funktionsübersicht
- Sage-Funktionsvergleich "Lohnabrechnung und Lohnabrechnung Plus" (Herstellerunterlage, PDF, ohne Verlinkung)
- Sage HR Suite, Personalabrechnung
- heise.de, Sage Payroll im Test
- fuer-gruender.de, Lohnabrechnungsprogramm-Vergleich 2026
- fuer-gruender.de, Sage Payroll im Praxistest
- gruenderkueche.de, Sage Payroll im Test
- OMR Reviews, Sage Lohnabrechnung
- § 41a EStG, Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer
- § 41b EStG, Abschluss des Lohnsteuerabzugs
Stand: 18. August 2026. Alle Preisangaben zuzüglich Mehrwertsteuer. Sage ändert Pakete und Aktionspreise regelmäßig, prüfen Sie die Konditionen vor Vertragsschluss beim Hersteller. Sage, DATEV, Lexware und Personio sind Marken der jeweiligen Inhaber.